Das Unglück von Binz und die Ohnmacht nicht richtig helfen zu können

Am 28. Juli 1912 wollten die Menschen das Ablegen des Bäderdampfers Kronprinz Wilhelm auf der Seebrücke in Binz (Insel Rügen) verfolgen. Es drängten Hunderte von Menschen an diesem sonnigen Tag auf die hölzerne Seebrücke. Unter dieser Last brach der Brückenkopf in sich zusammen und hundert Personen stürzten ins Wasser. Die Menschen, die noch auf der Seebrücke standen, wollten die Ertrinkenden mit Bootshaken aus dem Wasser fischen. Diese Versuche verletzten die Menschen im Wasser schwer. 

Da die kaiserliche Marine vor Ort ankerte und das Unglück mitbekam, wurden sofort die Rettungsboote zu Wasser gelassen und zur Unglücksstelle gerudert. Ein Mann, Sergeant Richard Römer, rettete unter Einsatz seines Lebens 12 Menschen.

Die traurige Bilanz dieses Unglücks: Es starben 12 Menschen, darunter 7 Kinder!

Durch das Unglück von der Seebrücke Binz, die Tatsache, dass es am Anfang des 20. Jahrhunderts jedes Jahr ca. 5000 Ertrinkungsopfer in Deutschland gab und nur ein bis zwei Prozent der Bevölkerung schwimmen konnte, wurde am 5. Juni 1913 durch den DSV die Gründung der D-L-R-G veröffentlicht.

Am 19. Oktober 1913, wird im Leipziger Hotel "de prusse" die DLRG ins Leben gerufen. Zum Ende des Gründungsjahres zählt die junge Organisation 435 Mitglieder. Der Hauptsitz war damals in Dresden.